Wissenswertes

Der Igel gehört zu den ältesten Säugetieren der Welt. Über 24 verschiedene Igelarten verteilen sich rund um den Globus. Einzig in Amerika und Australien sind sie nicht heimisch.

Mit seinem spitzen Stachelkleid ist der Einzelgänger in der Natur gut gerüstet. Er ist aber ein dämmerungs- und nachtaktiver Insektenfresser. Direkte Begegnungen mit ihm sind deshalb eher selten. Dabei leben europäische Igel mitten unter uns – in Siedlungen, Gärten oder Parks.

Neben Greifvögeln, dem Dachs und Fuchs gehört der Mensch leider zu seinen grössten Feinden. Stark befahrene Strassen, intensive Landwirtschaft und sterile Gärten schränken seinen Lebensraum stark ein. Auch der Insektenschwund macht ihm zu schaffen.

Früher hatte ein Igel eine Lebenserwartung von bis zu zehn Jahren. Heute sind es gerade noch 3 bis 6 Jahre. Der Igel in der Schweiz ist bedroht. Die Bestände sind in den letzten zehn Jahren um 40 Prozent zurückgegangen. 2024 wurde das Wildtier auf die Rote Liste der bedrohten Tierarten in der Schweiz gesetzt.

Zu den wichtigsten Ursachen gehören:

  • Verlust natürlicher Lebensräume
  • intensive Nutzung von Gärten und Grünflächen
  • Verkehr und Strassen
  • Mangel an Nahrung wie Insekten
  • Fragmentierung von Lebensräumen


Der Schutz des Igels bedeutet daher auch immer den Schutz der Biodiversität insgesamt.

Igel in der Schweiz

Der Braunbrustigel ist in der Schweiz weit verbreitet und lebt bevorzugt in strukturreichen Landschaften mit Hecken, Sträuchern, Wiesen und Gärten.

Besonders häufig findet man Igel:

  • in naturnahen Gärten
  • in Parks und Grünanlagen
  • an Waldrändern
  • in Heckenlandschaften
  • in Siedlungsnähe


Igel sind wichtige Bestandteile des Ökosystems. Sie ernähren sich hauptsächlich von Insekten, Käfern, Larven und anderen wirbellosen Tieren und tragen damit zur natürlichen Regulierung vieler Insektenpopulationen bei.

Lebensweise des Igels

Igel sind überwiegend nachtaktive Einzelgänger. Tagsüber verstecken sie sich in Laubhaufen, Hecken oder anderen geschützten Orten.


Typische Merkmale der Lebensweise:

  • Aktivität vor allem in der Dämmerung und nachts
  • Nahrungssuche auf dem Boden
  • Einzelgängerisches Verhalten
  • Winterschlaf von etwa November bis März


Während des Winters halten Igel Winterschlaf. Dazu bauen sie sich ein gut isoliertes Nest aus Laub und Pflanzenmaterial.

Gefahren für Igel

Die Lebensbedingungen für Igel haben sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Viele Gefahren entstehen direkt oder indirekt durch menschliche Aktivitäten.


Zu den häufigsten Gefahren zählen:

  • Strassenverkehr
  • Rasenmäher und Gartengeräte
  • Mähroboter in der Nacht
  • Verlust von Hecken und naturnahen Strukturen
  • Einsatz von Pestiziden
  • fehlende Durchgänge zwischen Gärten


Durch diese Faktoren gehen wichtige Lebensräume verloren oder werden voneinander getrennt.

Igelfreundliche Gärten

Viele Igel leben heute in Siedlungsgebieten. Naturnahe Gärten können daher eine wichtige Rolle für den Schutz dieser Tiere spielen.

Ein igelfreundlicher Garten kann zum Beispiel enthalten:

  • heimische Sträucher und Hecken
  • Laub- und Holzstrukturen
  • Wildblumenflächen
  • Durchgänge für Igel in Zäunen
  • Verzicht auf Pestizide

Solche Strukturen fördern nicht nur Igel, sondern auch viele andere Tierarten wie Insekten, Vögel und Amphibien.

Regionale Informationen

Der Igel ist in vielen Regionen der Schweiz verbreitet und lebt häufig in der Nähe des Menschen – zum Beispiel in Gärten, Parks, Grünanlagen oder an Waldrändern. Die Lebensbedingungen und Gefahren für Igel können sich jedoch je nach Region unterscheiden. Landschaft, Siedlungsstruktur und die Gestaltung von Grünflächen haben einen direkten Einfluss auf den Lebensraum dieser Tiere.


Aus diesem Grund stellt die Igelhilfe Schweiz auf dieser Website Informationsseiten für verschiedene Kantone zur Verfügung. Diese Seiten bündeln Wissen, Hinweise und Tipps zum Igelschutz sowie zur Förderung naturnaher Lebensräume.


Die grundlegenden Informationen zum Igelschutz sind in vielen Teilen der Schweiz ähnlich. Deshalb enthalten die regionalen Seiten derzeit vor allem allgemeine Hinweise zu igelfreundlichen Gärten, Lebensräumen und Biodiversität. Ziel ist es, das Thema Igelschutz auch regional sichtbar zu machen und Menschen in den verschiedenen Kantonen für naturnahe Lebensräume zu sensibilisieren.


Auf den regionalen Seiten finden Sie unter anderem:

  • Informationen über den Igel und seine Lebensweise
  • Hinweise zu Gefahren für Igel im Siedlungsraum
  • Tipps für igelfreundliche Gärten und Grünflächen
  • Anregungen zur Förderung von Biodiversität


Diese Seiten dienen der Information über Igelschutz und Biodiversität im jeweiligen Kanton und sollen das Wissen über den Schutz dieser Tierart zugänglich machen.

Hinweise zu lokalen Projekten, Lebensräumen oder Initiativen können diese Seiten künftig ergänzen.

Steckbrief

  • Lebenserwartung: 3 – 6 Jahre
  • Grösse: 24 – 30 cm
  • Gewicht: 800 – 1500 Gramm
  • Stachelkleid: grau-braun, ca. 8 000 Stacheln, Stachellänge 2 – 3 cm
  • Ernährung: Insekten aller Art; Käfer, Larven, Schnecken und Regenwürmer, selten Aas
  • Lebensraum: Siedlungen, Gärten, Hecken. Igel sind ortstreu

Häufige Fragen

Igel sind Wildtiere. Deshalb gilt die Grundsatzregel: Auf keinen Fall anfassen. Igel haben ein eigenes Immunsystem und sind oft übersät mit Parasiten. Diese können für uns Menschen gefährliche Krankheiten übertragen. Auch verletzte Igel sollten nur mit Handschuhen angefasst werden.

Ja, seit 2024 steht der Igel auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten in der Schweiz. Während wir Menschen zunehmend Infrastruktur ausbauen, schrumpft der Lebensraum von Igeln. In Gärten und in der Nähe von Strassen lauern unzählige Gefahren. Zudem wurden in den letzten Jahrzehnten immer mehr Ackerfläche und Felder maschinell unterhalten, was einen Artenrückgang zur Folge hat. Dadurch fehlt es dem Igel auch an Nahrung.

Da wir Menschen einen grossen Einfluss auf den Lebensraum des Igels haben, muss er in unseren Siedlungen Unterschlupf finden. Durch die errichteten Strassen ist der Igel zur Überquerung gezwungen. Für die Nahrungs- und Partnersuche legt ein Igel eine Strecke von bis zu drei Kilometern zurück. Der Weg führt nicht selten über mehrere Strassen. Dies geschieht nachts oder in der Dämmerung, da der Igel nachtaktiv ist – in dieser Zeit ist der kleine Säuger kaum zu erkennen.

Weil es in der kalten Jahreszeit keine Insekten oder Würmer gibt. Er baut oder sucht sich ein gut geschütztes Nest und rollt sich zu einer Stachelkugel zusammen. In dieser Position ist es für den Igel kein Problem, die kalte Jahreszeit über mehrere Wochen und Monate zu «verschlafen». Im März oder April wacht der Igel wieder auf und macht sich umgehend auf die Suche nach Nahrung.

Leider stellen Rasenroboter ganzjährig eine grosse Gefahr für den Igel dar. Die meisten Mähroboter laufen nachts, wo sich das Wildtier im Schutz der Dunkelheit auf Nahrungssuche begibt. Wir empfehlen deshalb dringend: Bitte lassen Sie Ihren Rasenroboter nur tagsüber, am besten um die Mittagszeit, laufen.

Der Igel zählt zu den ältesten Säugetieren der Welt. Forschungen belegen, dass er bereits seit etwa 20 Millionen Jahren existiert. Auf den Kontinenten Amerika und Australien ist der Igel nicht heimisch.

Der Igel ist laktoseintolerant und verträgt deshalb keine Milchprodukte. Auch pflanzliche Nahrungsmittel wie Obst, Gemüse oder Nüsse kann er nicht verdauen. Bitte geben Sie ihm deshalb keinen Babybrei, rohes Fleisch, Milch oder Essensreste. Als Insektenfresser stehen Larven, Würmer, Spinnen und Schnecken auf seinem Speiseplan.

Der Igel hat lange Beinchen, die gut unter seinem Stachelkleid versteckt sind. Bei Gefahr kann er deshalb bis zu 7 Kilometer pro Stunde rennen. Auf der Suche nach Nahrung oder in der Paarungszeit durchkämmt ein Igel eine Fläche von bis zu 100 Hektaren.

Füchse, Eulen und grössere Raubvögel gehören zu den natürlichen Feinden des Igels. Von ihnen kann er sich aber gut mit seinen Stacheln schützen. Der grösste Feind jedoch ist und bleibt der Mensch.

Ja, Igel können verschiedene Laute von sich geben. Besonders bei Revierkämpfen geht der Igel mit Gebrüll in den Kampf. Mit Kreischen, Fauchen, Knurren oder Brummen drückt er Verärgerung aus. Bei Bedrohung oder Gefahr gibt der Igel kaum einen Laut von sich, da er den Feind nicht auf sich aufmerksam machen will.

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